Bericht

„Captain Kirk“ hisst die Segel für die König-Baudouin-Stiftung

2022

Das sind keine kleinen Fußstapfen, in die er da tritt. Brieuc Van Damme, der am 1. Mai das KBS-Ruder von Luc Tayart übernommen hat, ist sich dessen wohl bewusst. Fast 30 Jahre lang hat sein Vorgänger der Stiftung als Kompass gedient.

Innerhalb der letzten Monate hatte Brieuc Van Damme Gelegenheit sich unter Luc Tayart mit den Besonderheiten der KBS vertraut zu machen. Die Verantwortung für das Tagesgeschäft liegt nun bei ihm und ihm ist bewusst, dass dies „eine grosse Herausforderung“ ist, „auf die ich mich wirklich freue. Zusammen mit einer erfahrenen Geschäftsführung, begeisterten und talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem engagierten Verwaltungsrat und Vorsitzenden sind wir bereit, in See zu stechen."

Als Sohn eines Vaters aus Brügge und einer Mutter aus Lüttich, Wirtschaftswissenschaftler, Forscher, Dozent an verschiedenen Universitäten, Kabinettsmitglied, Unternehmer, Generaldirektor des LIKIV und Mitbegründer der Freitagsgruppe - einer bunt gemischten Gruppe junger Denkerinnen und Denker, die nach innovativen Lösungen für die Herausforderungen in Belgien suchen - ist Van Damme auf seine neue Aufgabe bestens vorbereitet.

„Ich bin total politikversessen“, gesteht er. „Als Führungskraft möchte ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf teilhabende Weise für ein gemeinsames Ziel mobilisieren.“ So hat er auch gleich nach seinem Antritt bei allen Mitarbeitern der KBS vorbeigeschaut. Woran arbeiten sie gerade? Wovon träumen sie? Welche Erwartungen hegen sie für die Stiftung?

Der neue Geschäftsführer möchte gemeinsam mit den Mitarbeitern, dem Verwaltungsrat und den vielen sachkundigen Ehrenamtlichen in den KBS-Gremien einen guten Start hinlegen. Van Damme vergleicht die Stiftung gerne mit dem legendären Raumschiff Enterprise. Mutig dorthin gehen, wo noch niemand zuvor gewesen ist, lautet das Motto von Captain Kirk und seiner Crew auf ihrer Entdeckungsreise durch den Weltraum, auf der Suche nach vergessenen Völkern und Planeten.

„Ich vergleiche die Stiftung gerne mit dem Raumschiff Enterprise: einer Institution, die mit Projekten, Ideen und Lösungen dort Unterstützung bietet, wo andere sich nicht trauen oder nicht können, die den Vergessenen Hilfe bietet und sich für scheinbar verlorene Angelegenheiten einsetzt. Indem sie zum Beispiel den Schwächsten hilft oder ein Labor für soziale Innovation, für neue Konzepte und Lösungen ist. Manchmal mag die vorgeschlagene Lösung ihr Ziel verfehlen, aber bei der KBS darf man Fehler machen. Stillstand ist Rückschritt, ohne neue Ansätze kommt man nicht weiter. Deswegen das Motto: Mutig dorthin gehen, wo noch niemand zuvor gewesen ist.

„In einer Zeit, in der sich das Rad der Geschichte immer schneller dreht, die Debatten schärfer werden und der Populismus lauter wird, müssen wir uns besonders anstrengen, allen zuzuhören und eine nuancierte und pluralistische Stimme zu erheben, die sich konstruktiv mit Lösungen für langfristige Herausforderungen auseinandersetzt. Es ist an der KBS, diese Stimme zu sein“, denkt Van Damme. „Ein Sprachrohr, das nicht am Rande steht und jammert, sondern die Ärmel hochkrempelt und sich an die Arbeit macht. Das den Sprung wagt und da, wo nötig, Hand anlegt.“

Für ihn muss die Stiftung auch ein Ort der Begegnung bleiben, an dem jeder sich Gehör verschaffen kann. „Pluralismus ist unser Fundament. In einer mehr und mehr polarisierten Debatte müssen wir diesen Kurs halten. Beharrlichkeit und Empathie sind dabei unverzichtbar. Wir müssen den Entwicklungen der Gesellschaft zuhören, vor allem denjenigen, die das Gefühl haben, nicht gehört zu werden."

In den kommenden Monaten wird Van Damme bereits einen Vorgeschmack auf den zukünftigen Kurs der Stiftung geben. „Wir setzen auf unsere Stärken und stellen uns mit offenen Augen den Herausforderungen.“

In Zeiten wie diesen, mit Krieg auf unserem Kontinent, den Folgen einer Pandemie, einer drohenden Klimakrise und wirtschaftlicher Not, muss sich die Gesellschaft neu erfinden und an diese neue Realität anpassen. „Es sind schwierige Zeiten, aber es ist an Institutionen wie der KBS, die Chancen zu erkennen, die diese Veränderungen bieten, damit wir gemeinsam für ein besseres Zusammenleben wirken können. Das wird nicht einfach, denn Veränderungen brauchen Zeit, Kreativität, Mut und langen Atem." Es erinnert den passionierten Naturliebhaber an die Entscheidung, den Wolf im Yellowstone-Nationalpark in den USA wieder anzusiedeln.

"Ich vergleiche die KBF gerne mit dem Raumschiff Enterprise: eine Institution, die mit ihren Projekten, Ideen und Lösungen dort Unterstützung bietet, wo andere nicht hingehen können oder sich nicht hintrauen."
Brieuc Van Damme, Geschäftsführer der KBF

„Mit der Ausrottung des Wolfes kam es zu einer ganzen Reihe von unerwarteten Auswirkungen. Durch die Wiedereinführung des Wolfes, gegen Proteste der lokalen Bevölkerung, erholten sich Fauna und Flora. Keine, manchmal kontraintuitive, aber gut durchdachte Maßnahmen können also ganze Systeme in Bewegung setzen. Genau das ist meines Erachtens die Aufgabe der KBS.“

Andere Berichte
Inspirierendes Engagement!

Frieden schaffen und so selbst genesen

KBS Afrika-Preis

Mut zum Anderssein - Abschiedsgedanken eines Geschäftfürhrers

"Wir haben mehr Schlagkraft als man vermutet. Eine kleinere Stiftung... kreativ und innovativ."
Luc Tayart de Borms
Geschäftsführer (01.01.1996 - 30.4.2022)

Hochbeete auf einem Friedhof

Bürgerschaftliches Engagement auf lokaler und regionaler Ebene

„Wir stellen fest, dass die Kinder und selbst die Jugendlichen beim Beobachten der Wachstumsergebnisse ihrer Pflanzen stolz wie Bolle sind.“
Luciana Saalbach
Verantwortliche des Prinzessinnengartens Berlin